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Details
In der Gegenwart hat die absolute Armut zwar global abgenommen, die Ungleichheit zwischen den reichsten Menschen und dem Rest ist aber so groß wie nie. Auch die Unterschiede zwischen reichen und armen Nationen sind immer noch enorm.
Ist dies gerecht? Welche Rechte und Güter stehen welchen Menschen zu? Sind sich die Menschen im Wesen so gleich, dass sie auch alle mit der gleichen Macht und den gleichen Mitteln ausgestattet sein sollten? Oder sind sie nach Geburt und Verdienst so verschieden, dass die herrschende Ungleichheit zwischen ihnen gerechtfertigt ist? Diese Fragen beschäftigten die Philosophie von Anfang an und sie sind nicht nur philosophisch, sondern auch politisch. In den real höchst ungleichen Gesellschaften der Antike, des Mittelalters und der Moderne waren Theorien der Gerechtigkeit zugleich auch immer Waffen im Kampf zwischen verschiedenen Gruppen und Klassen um Macht und Reichtum.
Der 1933 in Indien geborene Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen hat sich sein ganzes Leben lang mit der Frage der Gerechtigkeit beschäftigt. Theoretisch und praktisch widmete er sich dem Kampf gegen Hunger und Unterentwicklung, 1998 wurde er mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. In Büchern wie "Ökonomie für den Menschen" und "Die Idee der Gerechtigkeit" führte er seine Erfahrungen als Ökonom, seine Auseinandersetzung mit philosophischen Gerechtigkeitsvorstellungen und Ideen nicht-westlichen Denkens zu einer vielbeachteten eigenen Theorie zusammen. In ihr kritisiert er ein ökonomistisch reduziertes Menschenbild ebenso wie einen verkürzt materiellen Begriff von Wohlstand und Entwicklung.
Im Philosophischen Reiseseminar "Zeit zum Denken über Reichtum" lesen wir ausgewählte Texte von Amartya Sen, diskutieren seine Ideen und sprechen über die aktuellen Debatten um soziale Ungleichheit, verschiedene Begriffe der Gerechtigkeit und die Grenzen des Wachstums.
Unser Seminar findet wieder in der wunderschönen und geschichtsträchtigen Landschaft der Oberlausitz statt. Wir verbringen die Zeit zusammen in der Kulturfabrik Meda in Mittelherwigsdorf mitten im Zittauer Gebirge. Die ehemalige Nudelfabrik ist in den letzten bald 30 Jahren dank eines engagierten Vereins zu einem Ort voller Leben, Kunst, Kultur und Begegnung geworden, der Ruhe und Raum für Ideen bietet. Dazu gehören neben einem Atelier, einem Kinosaal und einer Kneipe auch die individuell gestalteten Zimmer, in denen wir untergebracht sind.
(Die Unterbringung in Einzelzimmern ist gegen Aufpreis möglich, bitte bei Anmeldung angeben.)
Ort/Unterkunft Kulturfabrik Meda. Mittelherwigsdorf. Bei der Anmeldung bitte besondere Verpflegungswünsche angeben.
Gebühr 150 Euro / ermäßigt 90 Euro inkl. Übernachung, Verpflegung
Der Teilnahmebeitrag trägt bis zu zweidrittel zur Gesamtfinanzierung des Seminars bei.
Team Dr. Michael Bittner & Denise Ackermann - Zusatzinformation
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Zusatzinformation
Kursleiter Michael Bittner Kursort Externer Raum, externer Raum Zeitraum 30.10.2026 bis 01.11.2026 Veranstaltungsbeginn 30.10.2026 Anzahl Plätze 15 min_Teilnehmer 10 Anmeldeschluss 23.10.2026 00:00:00 - Bewertungen
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