Details
Katalog der Ausstellung in der Motorenhalle vom 25. Oktober 2024 bis 2. März 2025.
Herausgegeben von: Frank Eckhardt, Gwendolin Kremer, Silke Wagler
Autoren | Authors: Frank Eckhardt, April Eisman, Teresa Ende, Matthias Flügge, Susanne Greinke, Tino Heim, Lydia Hempel, Pauline Hohn, Paul Kaiser, Gwendolin Kremer, Gregor Kunz, Astrid Nielsen, Carolin Quermann, Karl-Siegbert Rehberg, Johannes Schmidt, Christoph Tannert, Silke Wagler, Mathias Wagner, Uwe Warnke, Angelika Weißbach, Holger Wendland
mit Arbeiten von with works by: Eva Backofen, Klaus Dennhardt, Else Gabriel, Hubertus Giebe, Eberhard Göschel, Peter Graf, Angela Hampel, Günther Hornig, Matthias Jackisch, Petra Kasten, Ralf Kerbach, Gerda Lepke, Stefan Plenkers, Christine Schlegel, Tobias Stengel,
Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst
Kurator:innen: Gwendolin Kremer, Silke Wagler, Frank Eckhardt
Blickt man in die jüngere Vergangenheit, so steht das Gebiet der 1990 zur BRD beigetretenen DDR für einen Zeitraum extrem schneller und grundlegender Veränderungen der Lebensumstände vieler Menschen. Die gesellschaftspolitischen Zäsuren in Deutschland sowie im Ostblock überhaupt, markieren einen grundlegenden Einschnitt in der Weltgeschichte ab 1990. Nach der Biermann-Ausbürgerung 1976 und vor allem während der 1980er Jahre verließen viele Menschen die DDR, gerade auch Künstler:innen und Intellektuelle. Im Zielland ihrer Ausreise sahen sie sich unmittelbar mit ihnen bislang unbekannten Lebenssituationen konfrontiert. Diejenigen wiederum, die in der ab Herbst 1990 ehemaligen DDR geblieben waren, durchlebten und erfuhren bis weit in die 1990er Jahre in hoher Geschwindigkeit elementare Umwälzungen und damit oft verbunden Abwertungen ihrer Lebensleistungen.
In dieser Zeit hätte sich wohl niemand vorstellen können, dass die Folgen dieser Transformation in Ostdeutschland viele Menschen noch Jahrzehnte später beschäftigen würden. Dass rückblickende gesellschaftliche Debatten geführt, ja, dass es in breiteren Schichten sogar eine retrograde Glorifizierung der DDR würde geben können. Die Aufarbeitung der langen Geschichte der ,Wende‘ (Hans Bertram) ist also in vollem Gange und untersuchende Beiträge aus Kunst und Wissenschaft sind dringend vonnöten.
Auch gegenwärtig haben nicht wenige Menschen nicht zuletzt in Ostdeutschland das Gefühl, dass sich ihre Lebenswirklichkeit weiterhin verändere und das Gefühl der Fremdheit bzw. die Bewältigung scheinbar fortwährender Systembrüche sie herausfordere.
Ebenso verlassen seit jeher und vor dem Hintergrund der aktuellen Kriege und Konflikte, wie in Russland sowie der Ukraine bzw. im Nahen Osten usw. viele Menschen, auch Künstler:innen, ihre Heimat und erleben kulturelle Brüche und gesellschaftliche Herausforderungen in Ländern ihres Exils.
Beteiligte Institutionen:
riesa efau. Kultur Forum Dresden
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kunstfonds
Technische Universität Dresden, Kustodie
In Kooperation mit:
Sächsische Akademie der Künste
Gefördert durch:
Ostdeutsche Sparkassenstiftung
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz